Rüdersdorfer Frühjahrsregatta 2025
Storkower Ruderer bei Rüdersdorfer
Frühjahrsregatta erfolgreich
Viel Wettkampferfahrung besitzen sie noch nicht, die Mädchen und Jungen der Storkower Ruder-Vereinigung 1919 e.V. Entsprechend beeindruckt waren die meisten von der Kulisse, die sich ihnen am Pfingstsonnabend bei der Ankunft in der Rüdersdorfer Kalkseearena bot.
Allein im Kinder- und Jugendbereich waren 38 Vereine am Start. Die meisten aus Berlin und Brandenburg, einige sogar aus Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
Die Bootshänger reihten sich entlang der Seestraße wie bei einer Perlenkette aneinander. Mehrere hundert Rennboote lagen dicht an dicht auf drei Sattelplätzen verteilt und zwischendrin konnte man ebenso viele durchtrainierte Ruderer beobachten. „Hoffentlich müssen wir gegen die nicht antreten“, war wohl der am häufigsten ausgesprochene Satz auf dem Weg zu dem kleinen Bootslager, dass sich die Storkower Ruder-Vereinigung in einer Ecke des mittleren Sattelplatzes noch am Abend zuvor gesichert hatte.
Die Erwartungshaltung war im Vorfeld der Regatta bewusst niedrig gehalten worden. „Wir wollen die Atmosphäre kennen lernen und Erfahrungen sammeln“, war das einzige vom Trainer ausgegebene Ziel. Doch die Wettkampfatmosphäre schien seinen Schützlingen Flügel zu verleihen, denn was diese an den beiden nun folgenden Wettkampftagen ablieferten, lässt sich mit Worten kaum beschreiben.
Gleich im ersten Rennen mit Storkower Beteiligung, dem Leichtgewichts-Einer der 14-jährigen Mädchen, machte Gretha deutlich, dass sie sich nicht damit zufriedengeben würde, Erfahrungen zu sammeln. Dabei hatte sie es durchaus mit hochkarätigen Konkurrentinnen zu tun, u. a. mit einer Ruderin des SV Energie Berlin, die in diesem Jahr bereits zwei Regatten gewinnen konnte und sich vor dem Start selbstbewusst zeigte.
Dieser Erfolg schien auch Summer Mut zu machen, die zum ersten Mal an einer Regatta teilnahm. Beflügelt von den Anfeuerungsrufen ihrer Vereinskameraden erkämpfte sie sich im Einer der 13-jährigen Mädchen einen tollen dritten Platz.
Ebenfalls Dritter wurde Nils im Einer der 15/16-jährigen Jungen. In überragender Form präsentierte sich anschließend Gerrit, der im Leichtgewichts-Einer der 15/16-jährigen Jungen den zweiten Sieg für die Storkower Ruder-Vereinigung einfahren konnte.
Zum Ende des ersten Wettkampftages versammelten sich dann nochmal alle Storkower Ruderer, Betreuer und die mitgereisten Eltern an der Regattastrecke. Auf dem Programm stand der Mixed-Doppelvierer der 15/16-jährigen Jungen und Mädchen. Dieses Rennen wurde über eine Sprintdistanz von 300m ausgetragen. Beim Einschwimmen der Boote hielt es der Regattasprecher für erwähnenswert, dass die Storkower Ruder-Vereinigung in einem Komposit-Boot aus DDR-Zeiten an den Start geht. In den späten 1980-iger Jahren waren mit diesem Boot noch DDR-Meisterschaftsmedaillen errungen worden. Heute stellt das vergleichsweise hohe Bootsgewicht einen deutlichen Wettbewerbsnachteil dar.
Doch am Ende kommt es nicht nur auf das Boot an, sondern auch auf die Mannschaft die drin sitzt. Und der mit Luisa, Emilia, Nils, Gerrit und Steuerfrau Lucy besetzte Vierer lieferte an diesem Abend ein nahezu perfektes Rennen ab.
Mit einer Schlagfrequenz von 34 Schlägen pro Minute katapultierten unsere Mädchen und Jungen ihr Boot förmlich über die Strecke und passierten nach nur 1:04 Minuten mit fast einer Länge Vorsprung die Ziellinie; unglaublich.
Der zweite Wettkampftag war kaum weniger erfolgreich, als der erste. Wieder konnten Summer und Nils in ihren Rennen jeweils dritte Plätze erringen und damit ihre guten Leistungen vom Vortag bestätigen. Gerrit holte sich am Pfingstsonntag in seinem zweiten Einer-Rennen die inzwischen dritte Goldmedaille am Siegersteg ab, bevor er sich gemeinsam mit seinem Trainingspartner Nils im Doppelzweier der 15/16-jährigen Jungen einen sehr guten 3. Platz erkämpfte.
Eine ausgezeichnete Leistung lieferte auch Emilia ab, die im Einer der 15/16-jährigen Mädchen lange das Feld anführte und am Ende der 1.500m langen Strecke mit nicht einmal zwei Sekunden Rückstand auf die siegreiche Ruderin vom Sportclub Berlin-Köpenick Zweite wurde. Während des Zieleinlaufs stellte der Regattasprecher erstaunt fest, dass Emilia mit einem Holzeiner unterwegs war. Ihr im Jahr 1973 durch die VEB Yachtwerft Berlin gebauter Renneiner „Cito II“ war im Übrigen das einzige Holzboot bei der gesamten Regatta.
Aber wie schon gesagt, wichtiger als das Boot ist der Sportler, der darin sitzt. Nicht unerwähnt dürfen an dieser Stelle natürlich auch die großartigen kämpferischen Leistungen von Luisa, Lucy, Mellissa und Lennart bleiben, wenngleich ihnen der Erfolg dieses Mal noch versagt blieb.

